fredag, februari 23, 2007

Sind die Schweden verrückt? oder: Warum ich gestern in Flogsta schreien musste...



Flogsta ist ein Stadtteil hier in Uppsala, in dem es eine große Studentenheim-Siedlung gibt.. Und international hat Flogsta [sprich: Fluhgsta] Beachtung unter Studierendenkreisen gefunden für eine skurille Eigenheit, die ich gestern am eigenen Leib miterleben durfte:

Um 22 Uhr abends werden die Fenster aufgerissen, Studierende begeben sich auf ihre Balkone bzw. finden sich vor den Eingängen ihrer Häuser ein: um zu schreien!

Den Ursprung dieser Tradition lässt sich bis ins Jahr 1987 nachverfolgen, wo erstmals vier Studenten ihre Stimmen der Bevölkerung von Flogsta präsentierten. Die Begründung ist bis heute dieselbe geblieben: die Studierenden wollen sich den Stress bzw. die Erleichterung über erfolgreiche Prüfungen von der Seele schreien. Die hier in Uppsala unter "flogstaskriket" oder "flogstavrålet" (der Flogstaschrei bzw. das Flogstagebrüll) bekannte Tradition wird Tag für Tag mit mehr oder weniger Beteiligung gestartet. Oft braucht es nur einen Initialschrei, um andere mit der Lust am Schreien anzustecken.

Da ich gestern meine erste Flogstaparty miterleben durfte (die meistens - anscheinend - legendär sind, ich weiß auch nicht, warum, so toll fand ich sie auch nicht), hatte ich auch das Vergnügen, Punkt 22 Uhr die Schreie meiner Kommilitonen zu vernehmen, um dann gleich selbst, in das schaurig anmutende Geschrei einzustimmen.

Glaubt mir, Schreien befreit, auch wenn einem bei minus - 10°C fast die Stimme einfriert..

Hier eine Kostprobe, die ich im Internet gefunden habe. Überzeugt euch von der unheimlichen Stimmung, ja, man könnte fast Angst kriegen:

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